Zwei Plastiksäcke für einen Waschgang mit persönlicher Patientenwäsche! Ein umweltfreundlicher Wäschebeutel musste her – weg vom Plastik und Einmalgebrauch. 

500 Waschgänge erledigt unser Hauswirtschafts-Team pro Jahr mit Wäsche von Patientinnen und Patienten. Leicht verschmutzte Kleider werden auf Wunsch innert Tagesfrist von unseren Wäschereimitarbeitenden gewaschen, aufbereitet und wieder zur Patientin oder zum Patienten zurückgebracht. Der Service ist gefragt. Nimmt die Anzahl Wäsche-Aufträge doch jährlich zu. Eine erfreuliche Sache aber mit einem Haken, fand Jessica Walser, Leiterin Hauswirtschaft.

Zwei Plastiksäcke für einen Waschgang!

«Dass wir für jeden Wäscheauftrag zwei Plastiksäcke aufwenden mussten war für mich in Anbetracht des Umweltgedankens nur schwer zu ertragen. Einen für den Wäschetransport in die Wäscherei und einen für den Transport zurück ins Zimmer. Wenn man die durchschnittliche Nutzungszeit eines Plastiksacks von 20 Minuten den 100 Jahren gegenüberstellt, die er für den Abbau benötigt, dann ist das bedenklich.

Im Zuge meiner Weiterbildung zur Dipl. Betriebsleiterin in Facility Management an der BFF Bern wurde mir schnell klar, dass ich diesen Prozess optimieren möchte. Zudem wurde das Anliegen der Plastikreduktion von mehreren Mitarbeitenden bei einer internen Mitarbeiterumfrage genannt, welche ich in Zusammenhang mit meiner Diplomarbeit durchgeführt habe. Mir persönlich ist das schon lange wichtig, denn ich engagiere mich auch privat für die Plastikreduktion in den Meeren.

Eine Idee wird zum Herzensprojekt

Ich war voll motiviert, eine umweltverträgliche Waschsack-Lösung zu finden. Ein Beutel, der mit der Wäsche mitgewaschen wird (und so gleichzeitig wieder hygienisch aufbereitet wird) und der «unendlich» wiederverwendbar ist – weg von Plastik und vom Einmalgebrauch.

Der Weg mit Hindernissen

Einfacher gesagt als getan: Es war schwierig, auf Anhieb eine Lösung zu finden. Die Preisfrage stand sofort ins Haus. Plastik ist kostengünstig. Eine Alternative zu finden, die budgetmässig vertretbar ist, schien in weiter Ferne. Wir probierten zuerst Taschen aus Baumwolle, sie bewährten sich nicht, schrumpften, verfärbten sich – auch das Aussehen nach dem Probewaschen hat nicht überzeugt.

Die geniale Lösung

Mit Unterstützung unseres Give Aways Lieferanten BBTrading, ein CO2 neutrales, umweltbewusstes Unternehmen, entwickelten wir schlussendlich ein Netz aus 100% recyceltem PET. Es gab eine Testphase, die mein Team und ich kritisch begleiteten. So haben wir den Prototypen ausgiebig getestet, mehrfach gewaschen, getrocknet, Qualitätschecks gemacht – und keine Mängel gefunden! Die robusten weissen Beutel mit den Massen 45 x 50 cm haben sich trotz starker Nutzung sehr bewährt. Natürlich, preislich können diese Netze nicht mit Plastik mithalten, aber man muss die ganze Rechnung machen und Verantwortung übernehmen.

Die Freude ist gross

Icon Plastiksack

Wir sind begeistert und haben nun eine grössere Anzahl an Lager, der uns wohl ein paar Jahre dienen wird. Wir sparen mit dieser Aktion über 1000 Plastiksäcke pro Jahr ein und kompensieren 1.407 t CO2. Dass das Produkt zudem noch «MyClimate»-zertifiziert ist, freut mich sehr. Es ist nicht einfach zu diesem Label zu kommen, die Anforderungen dafür sind sehr hoch.

CO2 Icon

Wir freuen uns über die neueste Errungenschaft in der Wäscherei. Auch wenn diese Aktion im Weltgeschehen nur ein kleiner Beitrag ist, bedeutet sie mir sehr viel. Das ist erst der Anfang, ich halte die Augen bei der Arbeit dauernd offen und prüfe immer wieder Möglichkeiten umweltbewusst zu arbeiten.

 

Persönlich weitergekommen

Dieses «Projekt» hat mich auch persönlich weitergebracht. Ich habe gelernt: um ein Konzept mehrheitsfähig zu machen, muss man sich gut mit der Idee auseinandersetzen, man muss die Chancen und Risiken gut abwägen und stichfeste Argumente zur Hand haben. Am Schluss muss die Idee einen Mehrwert bieten und wirtschaftlich attraktiv sein.

aarReha hat mich bestärkt, die Idee voranzutreiben und mir den nötigen Raum und das Vertrauen für die Umsetzung entgegengebracht, wofür ich sehr dankbar bin. Das zeigt, dass das Unternehmen offen ist für Verbesserungen. Diese Kultur gefällt mir sowieso. Auch hier gilt: zusammen weiterkommen.»

Jessica Walser

aarReha Jessica Walser Portrait

Leiterin Hauswirtschaft

Jessica Walser ist seit rund einem Jahr Leiterin Hauswirtschaft bei der aarReha Schinznach. Sie leitet ein Team von 27 Hauswirtschaftsmitarbeitenden und 6 Lernenden, die sich um die Reinigung der Klinik Schinznach, die Wäscherei und teilweise um Hotellerie-Leistungen kümmern. Jessica setzt sich privat engagiert für den Meeresschutz und das Tierwohl ein.